Zum 100. Geburtstag von Pastor Hans Witzel
 
Liebevoll wurde er »Vater des geistlichen Lebens« genannt: Pastor Hans Witzel wurde am 14. August 1908 geboren. 1952 bis 1963 war er Pastor in Zwickau und prägte in dieser Zeit in besonderer Weise die Zwickauer Gemeinde. Er war ein begnadeter Prediger und Seelsorger. Hunderte von Gottesdienstbesuchern hatte er Sonntag für Sonntag unter seiner Kanzel. Er wurde als Seelsorger von vielen Menschen gesucht und er ging vielen Menschen nach. Mit Leidenschaft hat er Predigten vorbereitet und sich um Menschen bemüht, die er zu Christus führen wollte. Seine Predigten sollten zu Herzen gehen und ins Herz treffen. Er hatte eine Botschaft, welche die einfache alte Frau genauso wie den kritischen Intellektuellen packte. Seine biblische Verkündigung war mit psychologischer Erfahrung gepaart und er verstand es, Gefühl und Verstand gleichermaßen zu bewegen.

Als Dozent und Direktor im Theologischen Seminar in Bad Klosterlausnitz war er in den Jahren seines Bestehens eine der tragenden Säulen der theologischen Ausbildung. Er hat durch seine energische, glaubwürdige und verbindliche Art Generationen von Studenten geprägt. Gelebte Frömmigkeit und Theologie gehörten für ihn zusammen und bedingten einander.

„Das wichtigste Element des pastoralen und seminaristischen Dienstes war mir der einzelne Mensch, in seiner konkrete Lebenssituation, in seiner Psyche, in seiner Gedankenwelt… Darum habe ich mich gemüht, den einzelnen Menschen die Gnade und die Kraft Gottes wissen zu lassen.“ So umschrieb Hans Witzel die Mitte seines segensreichen Dienstes. ... Er hatte die Gabe, mit unbestechlicher Wahrhaftigkeit Dinge anzusprechen, ohne jemanden zu verletzen, aber auch - mit geradezu prophetischer Sicht - Vorgänge bewusst zu machen, die der Kirche zur Bedrohung oder Versuchung hätten werden können.

(unter Verwendung eines Artikels von Pastor F. Kober in unterwegs 15/2008)