Liebe Gemeinde, liebe Leserinnen und Leser, die Gruppe „Wir sind Helden“ ist bekannt für nachdenkenswerte Texte. Einer davon hängt in meinem Arbeitszimmer: „Guten Tag, guten Tag, ich will mein Leben zurück. Ich tausch nicht mehr, ich will mein Leben zurück. Guten Tag. ich gebe zu, ich war am Anfang entzückt, aber euer Leben zwickt und drückt nur dann nicht wenn man sich bückt.“Zugeben, das ist kein Wunderwerk an Dichtkunst. Aber für mich steckt viel Lebensweisheit in diesen Sätzen. Das Lied spricht nämlich von den verschiedensten alltäglichen Konsumangeboten, die durch Vertreter und Werbung als der Weg zum Leben gepriesen werden. Das Lied spricht von einer Reklamation. Umtausch ist angesagt. „Ich will mein Leben zurück“ – diese Forderung wird erhoben, weil sich mit den so genannten „Konsumgütern“ eben kein Leben einstellt. Sie machen manches schmackhafter, manches bequemer, aber Leben bringen sie nicht. Zu Erntedank waren in vielen Kirchen Erntedankgaben zu sehen. Ansehnlich und mit viel Mühe werden diese Gaben zu einem wunderbaren farbigen Bild gestaltet. Das Auge erfreut sich an der Vielfalt der Gaben. Aber im Mittelpunkt des Erntefestes stehen nicht die Gaben. Es geht um den Geber, um den Schöpfer des Himmels und der Erde, dem wir Leben und Ernte verdanken. Das Erntedankfest erinnerte uns daran, dass wir uns nicht selbst verdanken. Was mein Leben trägt, das sind nicht Essen und Trinken, das sind auch nicht die technischen Bequemlichkeiten oder der Fortschritt der Wissenschaft. Mein Leben trägt Gott. Er hat es geschaffen. Er hält mich. Er begabt mich. Er schenkt mir Hoffnung. Er macht keine falschen Versprechungen. Und das macht mich dankbar. Das möchte ich gegen nichts eintauschen. Mein Leben ist bei ihm gut aufgehoben.
Ich wünsche allen eine gesegnete Zeit - Euer/Ihr Pastor Stephan Ringeis
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