Bernd-Lutz Lange gab am Sonntag, 2. März 2008, eine Benefizlesung in der Friedenskirche. Rund 250 Besucher erfreuten sich am Humor und der Scharfsinnigkeit des gebürtigen Zwickauers und jetzigen Leipziger Kabarettisten. Im Mittelpunkt stand sein neuestes Buch "Ratloser Übergang - Aus meinem neuen Deutschland" | Bilder >>>
„Mit seinem neuesten Buch hat Bernd-Lutz Lange hat eine persönliche Chronik der reichlich anderthalb Jahrzehnte nach der Wende geschrieben. Er erinnert sich an die rasanten Veränderungen der jüngsten Vergangenheit, an Montagsdemos und friedliche Revolution, an den Fall der Mauer und einen Sonderzug nach Westberlin.
Die großen Veränderungen findet Bernd-Lutz Lange oft in kleinen, alltäglichen Episoden. Wie in dem anrührenden Ausflug einer Rentnerin aus ihrem sächsischen Dorf in die Großstadt. Sie hat Leipzig seit dem Ende der DDR nicht mehr gesehen. Und nun ist alles anders. Eine Fülle neuer Läden, leuchtende Passagen und - ein Obdachloser, der auf einem Lüftungsgitter liegt. Die vorbeilaufenden Leute beachten ihn nicht. Die Rentnerin irritiert dieser Anblick. Sie spricht einen Polizisten an. Eilig verlässt sie den unglaublichen Ort. Als sie ihr Lieblingscafé aufsuchen will, steht sie plötzlich vor einer Jeans-Boutique. Verstört tritt sie die Heimreise an.
"Ratloser Übergang" ist nicht die Chronik eines Nostalgikers, der sich die DDR zurückwünscht. Im Gegenteil. Nachdenklich und pointiert erzählt Bernd-Lutz Lange, was aus den Hoffnungen im Herbst '89 geworden ist. Damals riefen die Ostdeutschen: "Wir sind das Volk!", heute sagen sie: "Wir sind Kanzler."
Ohne Humor wäre das Leben für Bernd-Lutz Lange nur ein Irrtum. Der Friseur ist sein Klassiker auf der Kabarettbühne. Diesem Berufstand erweist er nun auch in seinem Buch alle Ehre. Und so endet das Buch, wo es angefangen hat: beim Friseur. Und mit einem Blick in die Zukunft. Das nächste Jahr wird ein mittleres werden - schlechter als das letzte, aber ein bisschen besser als das folgende. Das ist sächsischer Optimismus.“ (Quelle: br-online.de)
Am Ende las Lange eine besondere Zugabe. Er erinnerte an einen guten Freund, Wolfgang Pintzka. In "Pulverturm und Schwanenteich" erzählte der mittlerweile verstorbene angesehene Brecht-Regisseur an seine "Jugend in Sachsen".
Die Spenden für diese Lesung waren bestimmt für die Gemeindepartnerschaft der Friedenskirchgemeinde mit einer methodistischen Gemeinde in Kazlu Ruda in Litauen. Herzlichen Dank.
Als Dankeschön erhielt Bernd-Lutz Lange ein Präsent aus dem "Dellegat" und eine Ausgabe der Freien Presse vom 6. Oktober 1989, in der der damalige Staatsratsvorsitzende Erich Honecker in einem Artikel davon schrieb, "Der Erfolg des fünften Jahrzehnts der DDR sei gesichert". |