Unsere Gemeindegeschichte
 

1. Gründung der Zwickauer Gemeinde

Am 23. Dezember 1849 hielt Ludwig S. Jacoby als Missionar der Methodistenkirche im Bremer Krameramtshaus seine erste öffentliche Predigt, die den Beginn einer straff geordneten kirchlichen Arbeit der Methodisten in Deutschland markiert. Die Notwendigkeit dazu hatte Wilhelm Nast, der erste deutsche Missionar, auf einer Deutschlandreise 1844/45, erkannt.
Unabhängig von Jacobys Initiative war es in Sachsen zu einer Erweckung gekommen. Der junge Auswanderer Ehrhardt Wunderlich war aus Amerika nach Rüßdorf bei Waltersdorf zurückgekehrt und hatte von seinen Erfahrungen unter den dortigen Methodisten erzählt. Die erstaunlich schnelle Ausbreitung der methodistischen Arbeit ist nur in Verbindung mit der Auswanderung und deren Rückwirkungen zu erklären.

Innerhalb der reichlich zwanzig Jahre, die Jacoby in Deutschland gewirkt hat, um von Bremen aus die Methodistenkirche zu organisieren und zu leiten, ist es zu einer beachtlichen Ausbreitung des Werks gekommen. 1871, im Jahr seiner Rückkehr nach Amerika, wies die Statistik folgende Zahlen auf: 44 Gemeindebezirke in Deutschland und der Schweiz, 53 Prediger, 28 Laienprediger, 7461 Kirchenglieder, 207 Sonntagschulen mit 9216 Sonntagschülern und 866 ehrenamtlichen Helfern.
Der schon erwähnte Ehrhardt Wunderlich kehrte 1850 aus Amerika in seinen Heimatort Rüßdorf bei Waltersdorf zurück und begann sofort mit Erlaubnis seines Bruders Friedrich Wunderlich in dessen Gutshof das Werk.

Im Jahre 1853 verläßt Ehrhardt Wunderlich wieder seine Heimat und wandert wieder nach Amerika aus. Im selben Jahr verpachtet Brd. Friedrich Wunderlich seinen Hof und übernimmt die Führung des Werkes.
Er wird damit zum Gründer des Methodismus in Sachsen und Thüringen.
Im Jahr 1867 wurde der "Gößnitzer Bezirk" gebildet, wobei in den Dörfern Stöcken, Leubnitz und Fraureuth bei Werdau Versammlungen unter der Aufsicht von B. Schröder ins Leben gerufen wurden. 1869 wurde der Bezirk Gößnitz von Prediger Chr. Raith 1/2 Jahr lang geführt.
Auf Einladung versuchte er seine Tätigkeit auch auf die Städte Meerane, Crimmitschau und Altenburg auszudehnen, wurde jedoch überall durch die Polizei am Predigen gehindert, so daß er überhaupt nur wenig ausrichten konnte. Der Bezirk Gößnitz wurde wegen behördlicher Schwierigkeiten vom Bezirk Waltersdorf mit bedient, um dann 1870 in den "Zwickauer Bezirk" umgenannt zu werden.
Zwickau ist der Ausgangspunkt für den Methodismus im Erzgebirge und damit in Sachsen.
Im Sommer des Jahres 1870 wurde Prediger Emil Zimmer von der Konferenz nach Sachsen gesandt, um den Zwickauer Bezirk zu übernehmen. Prediger Zimmer mußte den weiten Weg von Frankfurt a.M. größtenteils zu Fuß zurücklegen, da wegen des deutsch-fanzösischen Krieges der Personenverkehr der Eisenbahn eingestellt war. Er fand in Zwickau keinen einzigen Methodisten vor.
Von hier aus hatte er die Gemeinde in Planitz und an anderen Orten zu bedienen. Die Zwickauer Archiv-Akten verschweigen, daß der eigentliche Beginn des Methodismus im Zwickauer Gebiet schon 4 Jahre vorher, etwa 1866 in Oberplanitz war. Die Geschichte der beiden Gemeinden Planitz und Zwickau ist aufs engste verknüpft.
Die ersten Versammlungen wurden in den Waldhäusern zwischen Oberplanitz und Cainsdorf (Nähe Wasserturm) bei Brd. Karl Schwarz gehalten.
Planitz war schon 1868 Station auf dem "Gößnitzer Bezirk", den Brd. B. Schröder zu bedienen hatte.
Prediger Zimmer nahm seinen Wohnsitz in Zwickau, obwohl es hier keine Gemeinde gab. Seine größte Gemeinde war in einem Dorf ganz in der Nähe von Zwickau, in Planitz. Wir erkennen in dieser Entscheidung der Konferenz ein Stück methodistischer Strategie. Man wählte als Sitz des Predigers eine zentrale Stadt, obwohl in dieser Stadt selbst noch keine Gemeinde bestand. In einigen Dörfern in der Nähe der Stadt wurden bereits Versammlungen gehalten, aber in der Stadt selbst nicht.
Zu Prediger Zimmers Bezirk gehörten die Gemeinden Leubnitz, Fraureuth, Steinpleis, Planitz, Wilkau und Haara.

2. Die Entwicklung der Zwickauer Gemeinde
in der Zeit zwischen 1870 und 1914/1918

1870

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es für jeden Einwohner im Königreich Sachsen völlige "Gewissensfreiheit". Religionsfreiheit gab es aber nur für die drei "aufgenommenen" Konfessionen: Lutheraner, Katholiken und Reformierte.
Alle Besucher der methodistischen Versammlungen waren noch Mitglieder der evangelisch-lutherischen Landeskirche. Schon bei der Abhaltung einfacher Versammlungen war es schwierig, die Genehmigungen der staatlichen und kirchlichen Behörden zu bekommen.
Die entscheidende Wende kam am 20. Juni 1870, als der Sächsische Landtag das erwartete "Dissidentengesetz" erließ.
Dieses Gesetz schuf die Möglichkeit zum Kirchenaustritt, der Bildung neuer Religionsgesellschaften und die Grundlagen der Religionsfreiheit in Sachsen. Die Methodistenkirche reagierte sofort auf das Dissidentengesetz durch die Neubildung des im November 1869 verwaisten und aufgelösten Gößnitzer Bezirkes in den Zwickauer Bezirk.
Am 30. Juli kam Prediger Emil Zimmer nach Zwickau und nahm seinen Wohnsitz in der Badergasse.
Am 16. Oktober lud Prediger Zimmer durch ein Zeitungsinserat zu einem Gottesdienst in seine Wohnung in Zwickau ein. Der Gottesdienst wurde vom Stadtrat verboten, da keine staatliche Genehmigung gemäß § 21 des Dissidentengesetzes vorlag. Prediger Zimmer verfaßte ein Schreiben an das Kultusministerium, welches von 113 Methodisten der Zwickauer und Werdauer Gegend mit unterschrieben wurde. Gleichzeitig übersandten sie die "Kirchenordnung der Bischöflichen Methodistenkirche" als ihre Statuten. Der Antrag wurde vom Kultusministerium abgelehnt, da die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt waren.
Prediger Zimmer hielt im Dezember in Haara Versammlungen. Der Stadtrat von Zwickau drohte ihm mit Strafe, da er noch keine staatliche Genehmigung zum Abhalten gottesdienstlicher Zusammenkünfte erhalten hatte.
Es wurde das "Statut der Gesellschaften des Zwickauer Bezirks der Bischöflichen Methodistenkirche im Königreich Sachsen" entworfen. Damit kam es zur Gründung des "Zwickauer Bezirkes" mit den Orten Zwickau, Elsterberg, Planitz, Haara und Wilkau.
Nach vielerlei Bedrückungen und Vorladungen entschlossen sich endlich 31 Glieder, aus der Staatskirche auszutreten, um die staatliche Genehmigung zu erlangen und einen besonderen religiösen Kultus auszuüben.

1871

Am 17. März wurde das Statut beim Kultusministerium in Dresden eingereicht und am 27. Juni vom Kultusministerium Dresden genehmigt.
Die Zeit der Verbote war vorbei, und die Gemeinden konnten ihre gottesdienstlichen Versammlungen ohne Gefährdung halten.
Im August hatte der Bezirk Zwickau 14 Predigtstationen mit sechs Sonntagschulen, 180 Kindern und 24 Helfern.
Der ordinierte Prediger Heinrich Mann trat an die Stelle von Prediger Zimmer und nahm seinen Wohnsitz in der Wohnung des Predigers, Klosterplatz 103, wo er Versammlungen abhielt.
Wie die Zahlen der Predigtstationen belegen, nahm das Werk Gottes seinen herrlichen Fortgang.

1872

Prediger Heinrich Mann hielt Versammlungen in einem kleinen eingerichteten Saal in der Leipziger Str. 378, der gemietet wurde.
Bruder Gustav Nötzold aus Planitz trat zu Anfang des Jahres seine Stelle als Gehilfe an, der durch Bruder Philipp Lutz nach der Konferenz im November abgelöst wurde.
Der Bezirk Zwickau hat schon 23 Predigtplätze. Es wird berichtet: "Der Herr schenkte nur überall Siege. Es verging fast keine Woche, in welcher nicht Seelen bekehrt wurden. In den ersten zwei Jahren 1871/1872 hatten wir einen Mitgliederzuwachs von weit über 200 auf dem Bezirk".
Der Gemischte Chor wurde am Osterfest unter Leitung des Predigers Heinrich Mann gegründet.

1873

Am 15. März erließ die Kreisdirektion Zwickau eine "Generalverordnung an die Kircheninspektionen und Ortsobrigkeiten des Konsistorialbezirks der Königlichen Kreisdirektion, die Methodisten betreffend.", in der alle gottesdienstlichen Versammlungen der Methodisten an anderen Orten als in Zwickau, Elsterberg, Planitz, Haara und Wilkau verboten wurden.
Dieses Verbot stellte die methodistische Arbeit überhaupt in Frage.
Prediger Heinrich Mann berichtet: "Die Zahl der aus der Staatskirche ausgetretenen Glieder, welchen so plötzlich das Abhalten ihrer Gottesdienste verboten wurde, belief sich auf 60. Ein harter Schlag!.
Zugleich wurde es uns bei Strafandrohung verboten , an "Nichtmethodisten" das Heilige Abendmahl zu spenden. Zwar richteten wir Bittschrift auf Bittschrift an das Kultusministerium und suchten so unser Recht und verteidigten uns aufs erste. Nur das Recht errangen wir uns noch, an allen anderen Orten , außer den fünf genannten Städten, nur Hausandachten zu halten unter Leitung unserer zwei Klassführer und Prediger... Man drohte uns mit bis 50 Thaler Strafe oder entsprechender Gefängnishaft, wenn wir noch eine Hausandacht abhalten würden, in welcher Andersgläubige zugegen wären."

1874

Prediger Heinrich Mann hielt Versammlungen in einem schönen Saal in der Leipziger Vorstadt 431 (Pölbitz). Er berichtet: "...im Juli 1874 konnten wir herrlichere Siege berichten als je zuvor."
Prediger Friedrich Cramer ging allen Konflikten mit den Behörden aus dem Wege und arbeitete zunächst still und unbemerkt mit seinen Gehilfen J. Renner und G. Nötzold.
Er strebte danach, in Zwickau ein eigenes Gotteshaus zu haben. Die hohen Preise der Grundstücke und Gebäude ließen es nicht zu, zum Kauf zu schreiten.

1875

Eine Welle der "Heiligungsbewegung", die von Oxford ausging, setzte im Zwickauer Bezirk ein. Die Gemeindeglieder bemühten sich neu, ganz in der Hingabe an Jesus und in der Liebe untereinander zu leben und alle ihre Gaben und Kräfte für den Herrn einzusetzen. (siehe Seite 31)

1877-1879

Die Gemeinde arbeitete weiter in der Stille. "Auf den umliegenden Stationen offenbarte sich die bekehrende Macht der Gnade Gottes, trotz vieler Hindernisse und Schwierigkeiten, mächtig."

1880

Der Zwickauer Bezirk wurde in drei Bezirke geteilt. Fortan waren nun
Zwickau, Schwarzenberg und Chemnitz selbständige Arbeitsfelder.
Durch das sogenannte "Amerikafieber" sind während der letzten drei Jahre ca. 50 Glieder des Gemeindebezirkes Zwickau nach Amerika ausgewandert.
Prediger Rohr führt erstmals "Gesangs-Gottesdienste" (siehe Seite 34) ein, die guten Zuspruch hatten.
Die "Gesangs-Gottesdienste", in deren Mitte eine volkstümliche Ansprache stand, erwiesen sich als ein hervorragendes Mittel zur Evangelisation. Besonders der "Sängervater" Ernst Gebhardt hat sich während seiner Zwickauer Amtszeit als Vorstehender Ältester um die Förderung des Chorgesanges bemüht.
Zusätzlich zu den "Gesangs-Gottesdiensten" führte man auch Evangelisationsversammlungen und Evangelisationswochen durch, die man anfangs "anhaltende Versammlungen" nannte.
Dieses war in Deutschland bis dahin unbekannt.

1883

Prediger Philipp Lutz bediente ohne Gehilfen den Bezirk, der aus neun Predigtplätzen bestand.
Wegen der zunehmenden Raumnot wurde am 31. Oktober zum 400-jährigen Lutherjubiläum eine Sammlung in allen Gemeinden der Konferenz von Deutschland und der Schweiz für ein Kirchenbaugelände in Zwickau durchgeführt.

1884

Am 3. März wurde unter einer polizeilichen Verfügung bei 60 Mark Strafe verboten, Kinder in unseren Sonntagschulen zuzulassen, deren Eltern nicht aus der Landeskirche ausgetreten waren.
Am 12. März wurde der Bauplatz an der Richardstraße (heute Kreisigstraße) gekauft.
Am 2. September konnte feierlich der Grundstein für den Kapellenbau gelegt werden.
Es war aber immer noch bei Strafe von 60 Mark verboten, Kinder in der Sonntagschule zu haben, deren Eltern nicht aus der Landeskirche ausgetreten waren.
Am 5. November erhielt der "Zwickauer Bezirk" die Rechte einer juristischen Person als "eingetragene Genossenschaft".

1885

Im Frühjahr wurde durch die Polizei unter Androhung von 30 Mark Strafe verboten, bei Nichtmitgliedern Besuche zu machen, auch wenn sie es noch so dringend wünschen.
Am 14. Mai (Himmelfahrtsfest) erfolgte die Einweihung der neuen Kapelle mit Wohnhaus, welche von dem Vorstehenden Ältesten Ernst Gebhardt geleitet wurde. Die Kapelle mit Ausstattung kostete 25000 Mark und das Wohnhaus 27100 Mark.
Die Kapelle hatte eine anfängliche Platzkapazität von ca. 200 Sitzen.
Im November fand die Gründung eines Männer- und Jünglingsvereins (Männerchor) statt.

1886

Im Frühjahr fand eine Flugschriftenaktion unter der Leitung des Superintendenten der Staatskirche in Zwickau, Dr. Meier, sowie 41 Pastoren gegen den Methodismus statt. Prediger Ernst Gebhardt entgegnete diesem mit einer Schrift "Ein Wort zur Aufklärung". Auch die im "Zwickauer Wochenblatt" erschienenen Artikel gegen den Methodismus konnten dem Werk nicht schaden.
Prediger Philipp Lutz bezeichnete dieses vierte Jahr als das gesegnetste auf dem Bezirk.
Am 12. Juli wurde ein Posaunenchor gegründet.
In Zwickau wurde das erste sächsische Sängerfest gefeiert.

1888

Zum ersten Male tagte die Jährliche Konferenz in Zwickau, die geradezu eine Einladung und Werbung für die Zwickauer Gemeinde war.

1889

Am 1. September wurde durch die erste Gemeindeschwester, Verena Stamm, Diakonisse des Bethanien-Vereins, die "Gemeinde-Diakonie" begonnen.
Dadurch wurden die diakonischen Dienste der Gemeinde gestützt und gefördert.
Durch ständig steigenden Gottesdienstbesuch und wachsende Gliederzahl, machte sich in der Kapelle bald Raumnot bemerkbar. Es wurden zwei Seitenemporen eingebaut mit ca. 150 Sitzplätzen.
Das Anliegen der Äußeren Mission war der Gemeinde sehr wichtig. Deshalb wurden auf allen Stationen des Bezirkes in jedem Monat Missionsgebetsstunden und im Jahr ein Missionsfest abgehalten. An jedem ersten Sonntag im Monat wurde über die Mission geredet. Die Arbeit wurde von einem Missionskomitee geleitet. (siehe Seite 33)
Zur Bekämpfung des Alkoholismus begann die Arbeit eines "Mäßigkeitskomitees". (siehe Seite 38)

1890

Es wurden auf allen Stationen im Bezirk "Tabea-Vereine" gegründet, die sich dem Hilfsdienst an Armen, Bedürftigen und Kranken widmeten. Die von den Mitliedern aufgebrachten Beiträge galten als wichtiger Faktor im Gemeindehaushalt.

1892

Zirka 50 Probeglieder traten auf einmal aus der Landeskirche aus.
Grund: Ihre Kinder, die nicht in das Dissidentenregister eingetragen waren, durften nicht an Sonntagsschulen teilnehmen.
Das "Amerikafieber" hielt immer noch weiter an.
In Planitz fanden im Januar bei "anhaltenden Versammlungen" (Evangelisationen) 38 Personen den Herrn und in Zwickau 40 Personen.

1895

Prediger Wilhelm Schütz berichtet: "Wir haben auf allen unseren Stationen besondere Anstrengungen gemacht, Seelen für Christum zu gewinnen.
Noch am letzten Sonntagabend war der Altar beinahe ganz von suchenden Seelen umringt. Eine Anzahl träger und schmerzhafter Mitglieder sind leider immer noch vorhanden und bereiten uns Sorge und Demütigung."

1899

Erstmalig wurden vom Prediger Robert Neubert die Zwickauer "Glaubenskonferenzen zur Förderung des geistlichen Lebens"( Herbstkonferenzen und "Heiligungsversammlung") begonnen, die sich alljährlich wiederholten und von vielen methodistischen Gemeindegliedern des Erzgebirges und Vogtlandes besucht wurden.
Dadurch wurden die Stadt und die weitere Umgebung, ja unser ganzes Werk in Sachsen und Thüringen befruchtet.

1905

Der Prediger erlebte Fortschritte im geistlichen Leben der Glieder.
"Ein Beweis dafür ist mir das kurze, aber klare Zeugnis vieler Geschwister in den Klassen und Zeugnisgottesdiensten und bei den Hausbesuchen des Predigers."

1908

Die Gemeinde zeigte großen Fleiß und Opferbereitschaft in der Verbreitung unserer Zeitschriften.
Über 3000 Friedensglocken wurden sonntäglich auf dem Bezirk verteilt, ebenso in diesem Jahr ca. 20000 christliche Blätter, Traktate und Bibelteile.
Zwei Drittel der jetzt der Gemeinde angehörenden Mitglieder kamen in den letzten vier Jahren inder Gemeinde dazu. "Es ist dies gänzlich ein Gotteswunder!"
Zur "Schuldentilgung", für die im Jahre 1884 gebaute Zwickauer Kapelle bemerkte der Prediger: "Dieselbe hat einen solchen Erfolg aufzuweisen, wie meines Wissens bisher kein Plan bewiesen hat."

1909

Die Hauptversammlungen der Zwickauer Herbstkonferenz wurden aus Platzgründen nicht mehr in unserer Kapelle, sondern in einem öffentlichen Lokal abgehalten und erfreuten sich nach wie vor eines sehr guten Besuches.

1910

Seit 1889 machte sich in der Kapelle Raumnot bemerkbar, durch ständig wachsende Gliederzahl und jährliche Durchführung von Glaubenskonferenzen. Deshalb sind unter dem Prediger Wilhelm Matthies Vorarbeiten zu einem Neubau in Zwickau betrieben worden.
Zur Zahl von 373 Personen, die 1909 in Sachsen zur Methodistenkirche übergetreten sind, drückt das Zwickauer Tageblatt "die Verwunderung aus, daß so viele ihr Seelenheil bei den Methodisten suchen".

1913

Planitz wurde als eigener Bezirk von Zwickau abgetrennt.
Unter Prediger Hermann Böttger zählte die Zwickauer Gemeinde nach der Teilung 441 Mitglieder und Probeglieder.

1914 - 1918

Die Jahre im ersten Weltkrieg zeichneten sich im Gemeindeleben besonders durch folgende Ereignisse aus:
Ein Fortschritt des Werkes Gottes ist u.a. in der Zwickauer Gemeinde zu verzeichnen.
"Hier zeigt er sich in gut besuchten Versammlungen, in eifriger Arbeit für den Herrn, die Bekehrung von Seelen und dann das Verlangen nach Heiligung des Herzens und Lebens, dort wieder in tiefer Demütigung und Läuterung , in stillem ernsten Ringen um das Sterben des eigenen 'Ich'."
Es herrschte ein reges Jugendbundleben vor; es fanden auch "Weihestunden" statt.
Die Glieder taten eine eifrige Arbeit für den Herrn u.a. in der Volksmission.
Es herrschte unter den Gliedern viel Arbeitsfreudigkeit und Zeugeneifer vor.
Dabei verteilten sie Schriften, wie Bücher, Kalender, Testamente, Traktate in Lazaretten an verwundete Soldaten.
"Durch Schriften und Gabenverteilung wird unter den Soldaten und von den Soldaten auch in den Lazaretten fleißig Mission getrieben".
Die Gebefreudigkeit der Gemeinde war groß durch Verteilung von Liebespaketen. Verschiedentlich wurde auch in Lazaretten gesungen.
Die "Blaukreuzarbeit" war gut organisiert, und es kam zur Rettung von Trinkern, die sich auch der Gemeinde anschlossen.
In zahlreichen Gesangsgottesdiensten gab die Gemeinde ihr Zeugnis, wobei sie guten Fremdenbesuch in den Gottesdiensten hatte.
Es wurden regelmäßig alle 14 Tage Klaßstunden abgehalten.
(siehe Seite 36)
Durch Zugang von Fremden und bei besonderen Anlässen machte sich in den Gottesdiensten, Bibel- und Gebetstunden Raumnot bemerkbar.
Es fanden "anhaltende Versammlungen" statt, wodurch Menschen zum Glauben kamen.
Im Jahre 1916 wurden 42 Brüder zum Kriegsdienst eingezogen.
In dieser schweren Zeit der Nahrungsmittelknappheit und völlig zerrütteter Gesundheit stellte Prediger Hermann Böttger fest: "Wir verkennen nicht und danken Gott, daß hunderte von Soldaten und Zivilpersonen durch den Krieg und seine Nöte gründlich zu Gott bekehrt und andere im Glauben an den Herrn gefestigt worden sind."
Vom Jahr 1917 berichtet er: "Wir hatten das ganze Jahr hindurch, mit wenig Ausnahmen, gut besuchte und gesegnete Gottesdienste und Versammlungen. Es fehlten auch nicht die erbetenen Bekehrungen."
"Bei unseren Geschwistern macht sich in dieser Zeit die Stärke des Glaubens und die Kraft des geistlichen Lebens im Stillesein und Hoffen offenbar."
Im gleichen Jahr waren noch 35 Brüder im Kriegsdienst, 11 Brüder sind gefallen.

3. Das Wachsen der Zwickauer Gemeinde
in der Zeit zwischen 1918 und 1931

1919

"Die gesetzlichen Bestimmungen über den kirchlichen Austritt blieben auch nach 1918 noch in Kraft. Erst das am 4. August erlassene Kirchenaustrittsgesetz regelte diese Angelegenheiten neu."
Die Bischöfliche Methodistenkirche in Deutschland erlangte dieselbe Rechtsstellung wie die bisherige Landeskirche.
Innerhalb eines Jahres schlossen sich der Gemeinde 60 Personen auf Probe und 95 Personen in voller Verbindung an. Prediger Hermann Böttger berichtet: "Der Anblick von Seelen , die durch Buße und Glauben zur fröhlichen Gotteskindschaft gelangen, auf deren Angesicht Glück und Friede zu lesen sind, löst bei allen ernsteren Gotteskindern herzliche Freude aus. Die Freude aber verdoppelt sich, wenn diese geretteten Seelen sich mit der Gemeinde verbinden:"
Insgesamt konnte Hermann Böttger durch die veränderte Gesetzgebung und die volle Religionsfreiheit 274 Mitglieder in volle Verbindung aufnehmen..

1921

Der Gemeinde war es gelungen, einen geeigneten Bauplatz an der Ecke Robert Blum- und Annenstraße zu erwerben. Der Platz war 50 mal 50 Meter groß und entspricht einigermaßen den Bedürfnissen.
Der Platz wurde am 5. Oktober bezahlt.

1922

Am 17. Januar tagte in Zwickau eine verfassunggebende Versammlung der Methodistenkirche in Sachsen. Bei dieser Versammlung wurde die "Verfassung der Bischöflichen Methodistenkirche in Sachsen" beraten und angenommen.
Der Prediger berichtet vom regen Besuch der Bibel- und Gebetsstunden und von erfreulich regem Gebetsgeist.

1923

Schönfels wurde als Predigtplatz aufgenommen.

1924

Unter Prediger Friedrich Bröske wurde ein "Sammelsystem" für den Bau der neuen Kapelle eingeführt, bei dem sich Geschwister mit Sammelkarten zum Opfer einer bestimmten Bausumme verpflichteten.
Es fand ein Kreissängerfest mit ca. 600 Sängern und Sängerinnen statt.
Mehrere tausend Menschen hörten das Konzert auf dem Hauptmarkt. Anschließend fand ein Gesangsgottesdienst mit ca. 300 Personen in der Kapelle statt.

1925

Zum Weihnachtsgottesdienst war die Kirche schon Beginn besetzt. "Erfahrungsstunde und das gemeinschaftliche Gebet legten Zeugnis von dem ab, was der einzelne im Herzen empfand."

1926

Prediger Hugo Georgi sah die Gemeindearbeit in Zwickau durch die Raumnot außerordentlich gehemmt.
Für die 600 Mitglieder in Zwickau standen in der Kapelle nur 350 Sitzplätze zur Verfügung.
Prediger Georgi berichtet: "In der Jugendarbeit ist unsere Raumnot am schwersten fühlbar. Im Interesse unserer Jugendarbeit ist der Bau einer neuen Kirche wohl am notwendigsten."
"Auch unsere Gebetswoche war überaus gut besucht. Ein Zeichen dafür, daß viele Mitglieder und Freunde das richtige Verständnis für das gemeinschaftliche Gebet haben. Wir mußten an einigen Abenden an Stühlen heran schaffen, was nur irgend zu beschaffen möglich war. Sogar meine gute Stube wurde geräumt."

1927

Es fand eine dreiwöchige Zeltevangelisation auf dem "Hindenburgplatz" statt, unter der Leitung der Brüder Matthäi und Vietheer. Der durchschnittliche Besuch war in der ersten Woche 700 bis 800 Menschen und in den letzten beiden Wochen 1000 Menschen.
Es wurden 30.000 Einladungszettel von den Klassen verteilt.
Bei den Nachversammlungen reichte das Podium einige Male nicht aus, um all diese Seelen zu fassen. Es wurden 65 Personen auf Probe aufgenommen.
Es begann eine Gegenarbeit der Landeskirchlichen Gemeinschaft.
Der Freundeskreis vergrößerte sich von Jahr zu Jahr.
Prediger Hugo Georgi nahm in seiner zehnjährigen Tätigkeit an der Gemeinde 457 Freunde auf Probe auf und 469 in volle Verbindung.

1928

Von Konferenzbaumeister Paulus Zeuner wurden Baupläne für den Bau der neuen Kirche entworfen und ausgearbeitet.
Prediger Hugo Georgi schreibt: "Die Gemeinde hofft seit Jahren auf eine größere Kirche, aber wenn sich solche Hoffnungen dauernd zerschlagen, dann gewinnt eine Gemeinde den Eindruck, ihre Aufgabe könne es nur noch sein, das Bestehende zu pflegen und zu erhalten. Und diese Meinung ist der Anfang vom Ende. Es ist unmöglich, bei der drückenden räumlichen Enge eine Gemeinde auf die Dauer innerlich gesund zu leistungsfähig zu halten."
Es fand eine Glaubenswoche statt, welche von der Gemeinde angeregt wurde.
Prediger Hugo Georgi schreibt: "Wir fühlen in Zwickau alle miteinander das Bedürfnis nach einem tieferen inneren Leben und nach größerer Kraft zur Erfüllung unserer mancherlei Aufgaben. Das waren Gebetsstunden , wie wir sie selten erleben, wo die ganze Gemeinde wirklich mit Gott rang." Auch wurden verschiedene Fragen der Selbstprüfung gestellt.

1930

Anfang August ist trotz einer krisenhaften, teuren Zeit mit einer hohen Arbeitslosigkeit mit dem Kirchenneubau begonnen.
Am 16. August wurde der Grundstein gelegt und am 11. Oktober wurde das Richtfest gefeiert.
Die meiste Zeit waren von einer Auswahl mit über zwanzig arbeitslosen Brüdern acht bis neun aus der Gemeinde als Bauarbeiter am Kirchenbau beteiligt.

1931

Am 4. Juli fand um 19 Uhr eine Vorfeier durch die Posaunenchöre der Methodistengemeinden von Zwickau und Umgebung im Garten der neuen Kirche statt.
Am 5. Juli wurde die neue Kirche eingeweiht.
An jenem Sonntag versammelten sich um 8 Uhr die Mitglieder der Methodistengemeinde nochmals in der Richardstraße 3, um von ihr Abschied zu nehmen. Von der Kapelle aus begab sich die Gemeinde geschlossen zur neuerbauten Kirche. Voran gingen die Gemeindejugend und die Mitglieder des Kirchenvorstandes. Es bewegte sich der Zug unter Vorantritt des Posaunenchores zum neuen Gotteshaus, wo der Einzug erfolgte.
Rasch füllte sich der Raum, der etwa 1200 Personen zu fassen vermag.
Um 9 Uhr fand der Weihegottesdienst unter der Teilnahme von Bischof D.J.L. Nuelsen aus Zürich, dem Prediger der Zwickauer Gemeinde, H. Georgi, sowie Sup. K.A. Wenzel, Leipzig, Seminardirektor Dr. F.H. Otto Melle, Frankfurt a.Main und Pfarrer Gotter von der hiesigen Marienkirche statt.
Der neuerbauten Kirche wurde der Name "Friedenskirche" gegeben.
"Um 11 Uhr hielten die Kinder mit ihren Lehrern und einem großen Freundeskreis ihren Einzug in das neue Gotteshaus. Zum anderen Mal füllte sich die Kirche nachmittags 3 Uhr zu einem besonderen Festgottesdienst. Superintendent K. Albert Wenzel aus Leipzig eröffnete ihn im Namen der Superintendentur des Distriktes. Der Gemeindeprediger machte dann eingehende Mitteilungen über die Durchführung des Neubaues. Vier mal mußten die
Pläne umgearbeitet werden, ehe an ihre Verwirklichung gedacht werden konnte.
Um 18.30 Uhr fand noch ein Gesangsgottesdienst unter Mitwirkung vom Gesamtchor, Männerchor, Männerquartett, Musikquartett, Posaunenchor, Lautenchor und von Solisten statt.
An dem Bau waren etwa 60 Firmen beteiligt, z.B. 18 Tischler, 10 Glaser, 7 Maler und 5 Schlosser.
Das Altarbild, ein großes buntes Fenster, stellt die Bethaniengruppe, die aus Lukas 10,42 beschriebene Szene mit Jesus ,Maria und Martha dar. Dieses künstlerisch wertvolle Bild und die fein dazu abgestimmten Kirchenfenster sind von dem Coburger Künstler Bringmann geschaffen worden.
Die Orgel, welche 21 Register besitzt, wurde von der Firma Weigele in Echterdingen bei Stuttgart erbaut.
"Es gehörten wirklich viel Glaubensmut, Arbeitsfreude, Opferwilligkeit und Weitblick dazu, einen Bau von ca. 300 000 Reichsmark auszuführen, und das besonders in einer sehr krisenhaften, teuren Zeit, in der die Arbeitslosigkeit wie ein Schreckgespenst umging. Aber die vom Prediger und Gemeindevorstand ausgearbeiteten Sammelpläne zeigen, wie alle Kräfte in Anspruch genommen und alle Quellen ausgenutzt wurden. In weitblickender Weise wurde für die Abtragung der Schulden und für Zinsendienst gesorgt.
Es war nicht Großmannssucht, die zu einem solchen Unternehmen veranlaßte, sondern die Ausbreitung des Werkes erforderte es dringend. Die alte Kapelle konnte nicht einmal die Gemeinde fassen. Was sollte nun mit all den Freunden werden, die gern zu uns kamen?"
"Der Kirchenneubau war wirklich eine Lebensfrage für die Gemeinde geworden, denn in unsere alte Kirche bekamen wir Fremde fast nicht mehr hinein, oder nur einmal und dann nicht mehr."
Am 6. Juli fand um 20 Uhr in der neuerbauten Kirche ein Vortrag, zu dem Thema: "Wesen und Aufgabe des Methodismus"statt, welcher von Dr. Melle aus Frankfurt a.M. gehalten wurde.

4. Die Arbeit in der Zwickauer Gemeinde
in der Zeit zwischen 1931 und 1945

1931/1932

Prediger Hugo Georgi schreibt: "Da wir nun auch keine Gemeindeschwester haben, erschien es mir geboten, eine gewisse Lücke in der Arbeit auf anderem Weg auszugleichen. Und zwar habe ich die ganze Gemeinde in 14 einzelne Kreise eingeteilt, und für jeden Kreis habe ich mir eine Schwester gesucht, die den Auftrag bekommen hat, die Geschwister in diesem Kreis, meist 15 bis 18 Familien oder auch Einzelgeschwister, in jedem Vierteljahr wenigstens einmal zu besuchen. So habe ich 14 Schwestern als Gemeindeschwestern angestellt und sie tun alle mit Freudigkeit und Hingabe ihren Dienst."
Prediger Hugo Georgi führte mit der Gemeinde einen "Einladungsfeldzug" in der Stadt Zwickau durch.
"Die Arbeit in der neuen Kirche zeigt, daß wir wieder an die Menschen herankommen und damit unsere Missionsaufgabe als Methodisten erfüllen können.
So haben wir im Herbst den Stadtbezirk in 157 kleine Einladungsbezirke eingeteilt und ich versuchte, soviel Mitarbeiter zu gewinnen als wir Bezirke gebildet hatten. An mehr als zwölf Sonntagen hindurch wurden jeden Sonntag durchschnittlich mehr als 4000 Einladungszettel in der Stadt verteilt."
Folgende Verfahrensweise war vorgesehen:
"An fünf aufeinander folgenden Sonntagen werden diese 157 Bezirke alle
durchgearbeitet, so daß an jedem Sonntag rund 30 Bezirke von den 157 eingeladen werden. So kommen wir innerhalb von fünf Sonntagen durch die ganze Stadt und das im Verlaufe des Winters dreimal."
"Eine besondere Arbeit bildet auch die der Schriftenmission. Wir haben in Zwickau und auf dem Bezirk rund 1200 Abreißkalender und rund 400 Buchkalender umgesetzt. Gelesen werden 153 Evangelisten, 158 Kinderfreunde, 1570 Friedensglocken."
Am 25. Oktober wurde die ehemalige Kapelle an die Reformiert-Apostolische Gemeinde notariell verkauft. Ein höherer Kaufpreis als 40 000 Mark ist nach dem allgemeinen Urteil nicht zu erzielen gewesen.

1933

Von der Gemeindejugend wurde eine große Werbearbeit zur Gewinnung von neuen Friedensglockenabonnenten veranstaltet. Allein in den ersten zwei Monaten sind etwa 32000 Einladungen verteilt worden.
"Unsere Schuldenlast hat sich im Laufe des Jahres durch den Verkauf der alten Kirche verringert, sie beträgt jetzt rund 220 000 Mark."

1934

Durch Nachforderungen einer Firma, die am Bau unserer Kirche beteiligt war, erhöhte sich die Gesamtsumme unserer Baukosten auf 298.334,39 Mark.
Prediger Hugo Georgi machte die Feststellung, daß er im neunten Dienstjahr an der Zwickauer Gemeinde von der gesamten Mitgliedschaft und Probemitgliedschaft fast die Hälfte in die Kirche aufgenommen hat.

Am 3. Juni fand ein großes Posaunenfest statt. Rund 550 Bläser nahmen an der Veranstaltung teil, die zu einer überaus eindrucksvollen Kundgebung für Christus wurde. Die angereisten Bläser konnten schon vom Bahnhof aus in imposanten Zügen mit Musik in die Stadt einmarschieren. Gewaltig war das Platzkonzert auf dem Hauptmarkt. Es war bisher noch nicht vorgekommen, daß eine so gewaltige Bläserschaft auf dem Hauptmarkt religiöse und klassische Musik zur Ehre Gottes spielte. Alle Räumlichkeiten unserer neuen Kirche waren überfüllt. Es brauchte kein fremdes Lokal benutzt zu werden.

1935

Am 12. Mai fand ein wohlgelungenes Posaunenfest in Erinnerung an die 10-jährige Wiedererweckung des Chores statt. Die Nachbarchöre halfen, das Fest zu verschönern. Die Platzmusik am Vormittag auf dem "Schlageterplatz" und am Nachmittag vor der Kirche übten eine große Anziehungskraft aus.

1939

Vom 18. Mai bis 4. Juni fand durch unsere Gemeinde eine Zeltmissionsarbeit statt. Wir traten wieder einmal in besonderer Weise an die Öffentlichkeit. Wir haben sichtbare Früchte dieser Arbeit, Zeugnisse von der Wirkung des Wortes Gottes und auch Anschlüsse an die Gemeinde. Dr. Scharpff von
Frankfurt a.M. hat den Hauptdienst getan und dankbare Zuhörer gehabt.

1940

Obwohl ca. 70 Brüder zur Wehrmacht einrückten, sind wir vor besonderen Verlusten in Gnaden bewahrt worden.

1941

Unsere Kirchenschulden sind auf 165.661 RM gesunken.
Die Opferwilligkeit unserer Geschwister ergab ein Karfreitags-Opfer von 1833,50 RM.
Am Totensonntag, dem 27. November, hingen für unsere gefallenen Brüder zehn Bilder von Tannengrün umrahmt in der Vorhalle der Kirche.

1943

Die Kirchenschulden sind auf 69.959,93 RM gesunken.

1945

Am 19. März hatte unsere Stadt einen schweren Angriff feindlicher Flieger. Prediger Martin Funk berichtet: "Viele Häuser fielen dem Angriff zum Opfer und einige Hundert Menschenleben. Von unserer Gemeinde wurden einige Familien teils vollständig ausgebombt, teils weniger geschädigt.
Mit besonderem Dank gegen Gott blicken wir auf unser Gotteshaus, das uns ohne irgend welchen Schaden erhalten geblieben ist.
Am 17. April rückten amerikanische Panzer in unsere Stadt ein, und die weiße Fahne ging am Dom hoch.
Es ging ein Aufatmen durch die Bevölkerung. Hatten sich in den vorhergehenden Tagen viele Einwohner ihre Wohn-und Schlafstätten in den Kellern eingerichtet, infolge amerikanischen Artilleriebeschusses, so wurden wieder die Wohnungen aufgesucht, und auch die Verdunklung nahm ein Ende, jedoch nicht die Not. Viele Familien mußten sofort ihre Wohnungen für einrückende Truppen räumen. Fremdarbeiter und Einheimische plünderten Geschäfte; Diebstahl, Straßenraub und Mord nahmen überhand. 'Volk ohne Gott'!"
Von Prediger Martin Funk wurde eine Evangelisation größeren Stils angeregt.
Vom 1. bis 8. Juli fanden Evangelisationen gleichzeitig in drei Kirchen Zwickaus statt: Im Dom, in der Lutherkirche und in unserer Friedenskirche.
"Wir freuten uns, daß wir als Methodisten als Motor einem großen Kreis dienen konnten. Seitdem fanden auch viele neue Freunde den Weg in unsere Kirche."
Prediger Martin Funk führte auch für alle evangelischen Kirchen Verhandlungen betreffs der Abhaltung von öffentlichen Gottesdiensten. Die Verhandlungen wurden mit dem amerikanischen Regimentspfarrer, welcher Methodist war, durchgeführt.
Am 12. August fand das 50jährige Jugendbundfest unseres Jugendbundes statt, an dem sich fast 300 junge Leute versammelten. Im Anschluß daran fand an drei Abenden eine Jugendevangelisation unter großer Beteiligung statt.
Laut Statistik hatte unsere Gemeinde am 31.12.1945:
674 Mitglieder, 101 Probeglieder, 145 Kirchenkinder, 150 Freunde und
3 Prediger. Das entspricht einer Gesamtzahl von 1073 Methodisten.
Von den zum Krieg 1939 bis 1945 eingezogenen Soldaten aus der Gemeinde fielen oder starben in Lazaretten 21 Brüder. 40 Brüder fehlten noch. Von einigen kam Nachricht aus der Gefangenschaft.

1945 - Ende des 2. Weltkrieges

Über die politischen Ereignisse und auch das Bekenntnis der Gemeinde in der Zeit der Naziherrschaft gibt es nur spärliche Aufzeichnungen. Deshalb folgen an dieser Stelle zwei Zeugnisse aus der Zeit des Kriegsendes:

"Die Gesamtkirche (weltweite Methodistenkirche) hatte noch während des Krieges ... beschlossen, in einem `Kreuzzug für Christus' eine Weltnachkriegshilfe einzuleiten." Bischof A. J. Moore schrieb: "Welche Haltung auch immer die deutschen Methodisten zum Nationalsozialismus eingenommen haben mögen, sie haben an Menschen und in der Zerstörung des Eigentums unersetzliche Verluste erlitten. Es ist undenkbar, daß wir sie im Stich lassen können. Durch unsere Gemeinschaft und verständnisvolle Hilfsbereitschaft werden wir hier einen Beitrag leisten können zu dem Neuanfang in der Behandlung ihrer verwickelten und notvollen Probleme, den in Deutschland alle Christen in der kommenden Enttäuschungszeit werden machen müssen...

In der Frankfurter Dezember-Sitzung 1945 des Kirchenvorstand der Bischöflichen Methodistenkirche in Deutschland beschlossen die Männer, die auch während der Zeit des Dritten Reiches die Verantwortung für die kirchliche Arbeit getragen hatten, ein Wort des Bekenntnisses ... im Blick auf 'die Verbrechen, die im Namen unseres Volkes begangen worden sind: In der von Gott gesetzten Solidarität mit unserem Volk, an dem wir mit der von Gott geschenkten Liebe hängen..., beugen wir uns mit unter diese Schuld und tun vor Gott Buße für alle Versäumnisse des anhaltenden Gebetes, des unerschrockenen Zeugnisses und der tätigen Liebe. Darum sind wir mit allem Ernst entschlossen, die von Gott über uns verhängten Leiden bereitwillig und geduldig zu tragen..."

5. Die Nachkriegsjahre bis 1950

1946

Vom 9. Juni bis 13. Juni feierte die Gemeinde ihre 75jähriges Jubiläum unter sehr starker Beteiligung der Mitglieder, Freunde und auch von Nachbarge- meinden.
Vom 14. bis 16. Juni fand die erste Jährliche Konferenz nach dem Kriege statt, die in unserer Gemeinde tagte. Trotz aller Verkehrsschwierigkeiten waren bis zu ca. 1350 Personen im Hauptgottesdienst.
"Mit Ende 1944 haben wir alle Privatanleihen zurückgezahlt. Damit ist die Konferenzbauhilfe statistisch aufgelöst." Über die Nachprüfung der Konferenzbauhilfe im Jahr 1946 heißt es: "Die Konferenzbauhilfe ist somit erloschen". (siehe Seite 37)

1947

Ein langgehegter Wunsch der Zwickauer Gemeinde, auch hier eine Schwesternstation zu haben, ging im Jahre 1947 in Erfüllung.
Am 10. Februar stellte Pastor Martin Funk der Oberschwester Hedwig Mann ein Zimmer zur Verfügung.
Laut Jahreskonferenzbericht hatte unsere Gemeinde 204 Probeglieder, 721 Mitglieder, 197 Kirchenkinder. Das entspricht einer Gesamtzahl von 1122 Methodisten.
Von Juli bis Oktober wurde von amerikanischen Liebesgaben eine Kinderspeisung durchgeführt. Dadurch wurden an Flüchtlinge, Waisen und Alte Speisen im Wert von 14224 RM verausgabt.
Die Sonntagschule hatte einen Zuwachs von mehreren Hundert Kindern.
"Mit ca. 1150 Kindern ist die gesamte Kinderarbeit ein sehr ernstes Problem geworden; 26380 Kinder sind an 52 Sonntagen durch die sonntäglichen Unterrichtsstunden gegangen."

1948

Am 8. März wurde Schwester Hedwig Mann auf Vorschlag von Prediger Martin Funk und mit Genehmigung des Mutterhauses in Hamburg mit der Arbeit der Einrichtung eines Altenheimes der Zwickauer Gemeinde betraut.
Vorher war es möglich geworden, das auf angrenzendem Grundstück stehende Haus, Lessingstraße 6, pachtweise für diesen Zweck zu bekommen.
Zehn Personen bewohnten das Heim.
Am 10. Mai wurde nach Überwindung vieler Schwierigkeiten das Altenheim eingeweiht.
Der Gesamtbesuch der Sonntagschule in Zwickau beträgt ca. 47.000 Kinder, durchschnittlich 959 Kinder, der Höchstbesuch 1257 Kinder.
Es herrschte Platzmangel, trotz der vier Räume.

1949

Laut Statistik hatte unsere Gemeinde 240 Probeglieder, 829 Mitglieder, 245 Kirchenkinder, und 500 Freunde.
Das entsprach einer Gesamtzahl von ca. 1800 Methodisten.
Der Besuch bei Festgottesdiensten betrug 1000 bis 1200 Personen.
Am 26. November fand eine Adventfeier mit der Kurrende (Kreuzchor) aus
Dresden mit einer Besucherzahl von ca. 1150 Personen statt.
"Am 4. Advent hielten wir zwei Weihnachtsfeiern für unsere Sonntagschule,an denen ca. 800 Kinder und einige 100 Erwachsene teilnahmen.
Mit Hilfe ausländischer Freunde war es uns möglich, jedem Kind ein kleines Weihnachtsstöllchen zu überreichen und außerdem durch Bilder, Sprüche, Hefte und Spielsachen Freude zu machen".
Der Jugendkreis unserer Gemeinde bewegte sich zwischen 100 bis 130 Jugendlichen unter der Leitung von Bruder Albert Naumann.
Eine Evangelisation mit Bruder Boley aus Ellefeld fand mit 1000 Besuchern statt. 100 Jugendliche entschieden sich für Jesus Christus.
Es fand ein Passionsgottesdienst mit dem 94 Mitglieder zählenden Dresdner Kreuzchor unter der Leitung von Prof. Rudolf Mauersberger statt. Mehr als 1400 Personen waren anwesend.
Der Sonntagschule stehen 65 Helfer als Mitarbeiter zur Seite. An 17 Sonntagen wurden ca. 12000 Kinder bei einem Durchschnittsbesuch von 685 Kindern betreut. Diese große Kinderzahl wurde erreicht, obwohl die Kinderspeisungen schon 1947 beendet waren.
Im Kirchenjahr gab es 19 Taufen, 64 Einsegnungen, 15 Trauungen und 31 Beerdigungen.

1950

Am 11. Juni fand in unserer Kirche ein stark besuchtes Sängerfest unserer Kirchenchöre vom Kreis Zwickau statt.Vom 18. bis 25. Juni fand in unserer Gemeinde die 100-Jahrfeier der Methodistenkirche in Deutschland unter Mitwirkung von Dozent Dr. P. Scharpff statt.
Am 22. Oktober erfreute uns die Jugend der Gemeinde Markneukirchen mit dem Verkündigungsspiel "Der Ruf", daß einen sehr guten Eindruck hinterließ.
Am 1. Advent brachte die Jugend unserer Gemeinde das Verkündigungsspiel "Der Herr bricht ein um Mitternacht" zur Aufführung.
Dieses Verkündigungsspiel beeindruckte so tief, daß es zwei mal wiederholt werden mußte. Es waren jedesmal ca. 1000 Personen in unserer Kirche.
Die Zahl der Mitglieder und Probeglieder erreicht einen Stand von 1197 Personen. Damit ist der höchste Gliederstand in der Geschichte der Zwickauer Gemeinde erreicht.
Ende des Jahres wurden die bisher vom Schnellkommando der Deutschen Volkspolizei innegehabten Räume Lessingstraße 6 gekündigt.
Auf Antrag unserer Gemeinde, wurden diese Räume vom Wohnungsamt Zwickau, unter Zustimmung des Gemeindevorstandes der Friedenskirche und der Superintendentur des Leipziger Distriktes freigegeben, um sie dem Altenheim zur Erweiterung zu übergeben.

6. Die Gemeinde zwischen Nachkriegserweckung und der Vereinigung mit der Evangelische Gemeinschaft im Jahr 1968

1951

Vom 28.1 bis 31.1. diente die Jugendschwester Anny Kälsch von unserem Distrikt unseren Frauengruppen mit besonderen Vorträgen.
Der Bibelstundensaal reichte für die Besucherzahl, die bis 400 betrug, nicht mehr aus.
Zum Oster- und Pfingstfest fanden große Festgottesdienste mit jeweils 900 Besuchern statt.
Am 2. April hielt Unitätsdirektor Walther Baudert in unserer Kirche einen Vortrag über "Zeichen der Wiederkunft Christi", der von 980 Personen besucht war.
Vom 29.4. bis 4.5. fand eine Evangelisation mit Bruder Thomas statt.
Der Besuch stieg bis auf 850 Personen.
"Der Abschluß am Abend des Himmelfahrtstages war eine Offenbarung des Geistes Gottes. Erweckte wie Gläubige wetteiferten in Bitte und Dank."

1952

Am 1. April wurde das Ruinengrundstück auf der Bernhardstraße 12
gekauft.
Am 31. Dezember 1952 wurde vom IFA Kraftfahrzeugwerk Horch der Pachtvertrag mit der Friedenskirche für das Haus Lessingstraße 6 gekündigt.
Von Seiten des Leipziger Distriktes wurden Kaufverhandlungen eingeleitet.
Der Kauf wurde am 3. September 1953 vor dem Notar des Amtsgerichtes Zwickau vollzogen. Die Eintragung beim Grundbuchamt Zwickau erfolgte am 29. Dezember 1953. Seit dieser Zeit befindet sich das Haus Lessingstraße 6 im Besitz der Bischöflichen Methodistenkirche, Leipziger Distrikt.
Das Haus wurde gekauft, um das Altenheim für die Gemeinde Zwickau zu erhalten. Gleichzeitig benötigte der Leipziger Distrikt eine Dienstwohnung für den Superintendenten.

1953

Am 30. August fand der Kreiskirchentag, in Verbindung mit anderen evangelischen Kirchen Zwickaus, statt.
Am 6. September fand ein Posaunen-Festgottesdienst mit ca. 240 Bläsern in unserer Friedenskirche statt.
Im Herbst schloß die Gemeinde die Silbersammlung für Abendmahlsgeräte mit einem Ergebnis von 9,5 Pfund hochwertigem Silber ab.

1954

Das Hochwasser in Zwickau setzte auch die Kellerräume der Kirche völlig unter Wasser, und es stand in den Räumen des Altenheimes ca. 30 cm hoch.
In unserer Kirche entstanden Schäden: Im Mauerwerk mit teilweiser Mauersenkung, an den Türen der Kellerräume, in den Toiletten, Einrostung der Heizkesselanlagen und Zersetzung der Heizungsvorräte.
Die nicht geringen Aufräumarbeiten konnten mit Hilfe vieler Geschwister und des Hausmeisters erledigt werden.
In den Jugendgottesdiensten kamen 100 und mehr Jugendliche zusammen.
Die Jugend trieb ernsthafte Seelsorge aneinander; sie geschah durch die dazu Berufenen.
In der Nacht vom 9. zum 10. Oktober brach im Kirchenschiff unserer Gemeinde ein Brand aus. Verursacht durch einen Kabelbrand richtete dieser fast keine Schäden an. Der Brand wurde rechtzeitig von den Brüdern des Männerchores entdeckt. Die Brüder sahen helle Flammen im Kirchenschiff, gerade in dem Moment als der Bus vom Chorausflug (Hof) wieder an der Kirche ankam. Die Gemeinde erlebte dadurch ein Stück Bewahrung unseres Gottes.

1955

Im Frühjahr fand ein Festgottesdienst mit Sängern der Hofer Methodistengemeinde (76 Personen) statt, der von ca. 1000 Personen besucht war.
Ihr Singen und Musizieren auf dem Neumarkt war ein überzeugendes Erleben der Bruderschaft in Jesus Christus.
In Marienthal konnte nach vielen Monaten zäher Verhandlungen der Gewerberaum Döhnerstraße 1 vom Wohnungsamt Zwickau-West als geplanter Gemeinderaum erhalten werden. Der Ausbau konnte danach von der Gemeinde erfolgen.
Der Predigtsaal in Marienthal, Döhnerstraße 1, konnte am 15. Januar 1956 eingeweiht werden.
Von Seiten des Staates wurden immer mehr Widerstände gegenüber der kirchlichen Arbeit gespürt. Es wurden u.a. Druckgenehmigungen nicht mehr erteilt und Evangelisationsthemen kritisiert und abgelehnt. Dieses waren Eingriffe in die Angelegenheiten unserer Kirche.

1957

Am 9. Juni besuchten der amerikanische, farbige methodistische Bischof Dr. King und seine Frau die Gemeinde. Der Besuch wurde besonders unserer Jugend zum lebendigen Zeugnis des Glaubens und des weltweiten Methodismus
Um alle Gemeindeglieder noch besser zu informieren, sie zu interessieren und Freunde einzuladen, wurden für die Monate September und Oktober zum erstenmal unsere "Gemeindenachrichten" herausgegeben.
"Wir erhielten die Druckgenehmigung,nicht ohne Kampf, im Informationsamt. Doch freuen wir uns, wenigstens 500 Stück für je zwei Monate haben zu können."

1958

Pastor Hans Witzel berichtet: "Denn noch in keiner Zeit der Gemeindearbeit in meinem Leben ist die Stärke des ungöttlichen und bedrängenden Weltlebens so zu empfinden gewesen wie heute. Es ist heilsgeschichtlich die Zeit der Bewährung und der Sichtung. Wir erleben den Bekennermut der Gläubigen mit mancherlei Folgen da, wo sie zur Verantwortung ihres Glaubens gerufen werden; wir erleben auch Schwachheit, Versagen und Gleichgültigkeit, das Offenbarwerden innerer Leere da, wo kein wirkliches geistliches Leben durch Bekehrung und Wiedergeburt vorhanden ist.
Und doch lobt die Gemeinde Gott aus der Tiefe; denn seine Gegenwart wird erlebt in allen Zusammenkünften der Gemeinde. Im Ganzen gesehen ist das Gemeindeleben lebendig, stärkend und innerlich bewegend."
"Recht auffällig ist der stabile Gemeindekern, der bereit ist, zu selbstloser Mitarbeit in jeder Form und Weise, auch in der Erhaltung des Grundstückes.
Weiterhin fällt auf der große Kreis der Lauen und Untätigen, sowie der große Freundeskreis, der z.T. regelmäßig die Gottesdienste besucht, ohne sich zunächst der Gemeinde anzuschließen. Viele treue Glieder stehen hinsichtlich ihrer Kraft und Zeit in der Überbeanspruchung des Lebens und durch mancherlei Pflichten und Dienste, wie durch Schichtarbeiten, weshalb sie die Gottesdienste nicht besuchen können."

1959

Seit 1952 gab es aus der Gemeinde 96 Wegzüge nach dem Westen.
Diese verursachten in der Gemeinde große Lücken.
Pastor Hans Witzel berichtet: "Es waren zumeist jüngere und sehr treue Glieder. Unter den Untreuen sind auch solche, die es nicht mehr wagen, aus weltanschaulichen Gründen die Gemeinde zu besuchen.
In Gesangsgottesdiensten mit mancherlei Form und Art zu sitzen, ist uns allen eine wahre Erquickung. Besonderen Eindruck und Segen gaben uns der Händel-Abend und die Posaunen-Feierstunde.
Viele treue Glieder erquicken uns mit einem unbeirrbaren Glaubensleben! Der Zeitgeist erfaßt ihr Leben nicht, ihre Liebe zum Herrn ist stetig.
Wir haben also beides in der Gemeinde: Ein frohes, lebendiges und
bekennendes Glaubensleben und auch solche Glieder, die sich von ihrem Herrn lösen. Es sollte dieses ein besonderes Charakteristikum unserer Zeit sein."

1960

Die Gemeinde stellte sich als Aufgabe, die Wiedergewinnung und Wiederbelebung untreuer Geschwister. Pastor Hans Witzel berichtet: "Sie sind besonders von Brd. Straka und Schwester Elisabeth systematisch besucht worden, und ich versuchte, sie durch besondere Themen in die Gemeinde zu locken und zu führen wie: 'Sind wir noch eine lebendige Gemeinde?', 'Was kann ich tun, damit ich wieder Freude an Gott und der Gemeinde gewinne?', 'Was kann ich tun, damit meine Angehörigen gläubig werden?'."

1961

Am 5. März fand der erste Familiensonntag in unserer Gemeinde statt.
Die Glieder der Gemeinde kamen dabei mit den Kindern der Sonntagschule in einem gemeinsamen Gottesdienst zusammen. Dieser Familiensonntag wurde von allen gut aufgenommen.

1963

Vom Stadtbauamt erhielt die Gemeinde die Auflage, einen neuen Schornstein für die Heizungsanlage der Kirche zu errichten. Der alte Schornstein war in seinen Ausmaßen zu eng, in der Wandung zu dünn und sehr rissig geworden.
Es war eine Fügung Gottes, daß mit dem Tag genau vor dem Kälteeinbruch am 20 Januar der Außenbau fertig gestellt werden konnte.
Unter der Leitung von Gerhard Steck haben die männliche Jugend und einige Männer der Gemeinde in wenigen Wochen ein umfangreiches und tiefes Fundament gelegt, die Stockwerke durchbrochen, das Dach abgehoben und den 18 m hohen Schornstein dreizügig aufgeführt.
In fast 1000 Stunden wurde nach Feierabend gearbeitet, zumeist unter Lampenlicht. Notwendig wurden dabei die Renovation des Bibelsaales und des Jugendheimes.
Wegen der großen Kälte vom 20.1.-24..2. konnte der Kirchensaal für den Gottesdienst nicht benutzt werden. An sechs Sonntagen benutzte die Gemeinde den Bibelsaal und Nebenräume zum Abhalten der Gottesdienste.
"Es war eine eindrucksvolle und gemütliche Atmosphäre, so dicht beieinander im Bibelsaal zu sitzen. Pastor Hans Witzel diente der Gemeinde mit seiner bildhaften und lebendigen Sprache, wodurch der Gottesdienst zum nachhaltigen Erlebnis wurde. Alle Besucher lauschten gespannt seinen Ausführungen."
Ein Gebetsanliegen erfüllte sich durch die Aufnahme von 15 Personen als Probeglieder und 30 Personen als Glieder in voller Verbindung.
Pastor Hans Witzel berichtet: "Das gesamte Gemeindeleben trägt einen innerlich warmen und freudigen Wesenszug. Die Treue und innere Mitarbeit der Brüder und Schwestern des Gemeindekerns haben dieses Wesen geprägt.
Die Gesangsgottesdienste und musikalischen Feierstunden sind uns überaus wert, und auch die Gemeinde nimmt jetzt stärkeren Anteil an ihnen als früher."
Am 27. Oktober begann die Gemeindejugend einen diakonischen Sonntagsdienst zur Entlastung unserer Diakonissen in der Klinik von Dr. Kühnel.
Fast 30 Jugendliche meldeten sich; sie waren bereit, ihren freien Sonntag für so einen Dienst zu opfern.

1964

Erstmalig fanden in der Ferienzeit wöchentlich einmal Ferientage für schulpflichtige Kinder statt.
Diese Kinderrüsttage, in denen das gemeinsame Leben (gemeinsame Bibelarbeit, gemeinsame Mahlzeiten, gemeinsame Unterrichts- und Spaziergänge) gepflegt wurde, hatten durch die gute Beteiligung (bis zu 60 Kinder) nicht nur von Seiten der Kinder Freude an der Sache sichtbar gemacht, sondern wir kamen damit dem dringenden Bedürfnis nach biblischer und geistlicher Förderung unserer Kinder nach.

1965

Das uns von Frau Dora Graupner testamentarisch übereignete Hausgrundstück, Marienthaler Straße 117, wurde ab 1. Januar von der Gemeinde übernommen.
Pastor Herbert Götz berichtet: "Wir verschließen dabei unsere Augen nicht vor Ermüdungserscheinungen, dem allgemeinen Säkularisierungsprozeß, der unsere Welt und unser Zeitalter prägt und auch in die Gemeinde einbrechen will. Das Gemeindebewußtsein unserer Mitglieder wird heute stark von den Umwelteinflüssen bestimmt. Durch eine geistige und körperliche Überforderung des Menschen; durch hypnotisierende Massenmedien; durch die Flucht des Menschen aus dem Bannkreis seiner Verpflichtungen in seine private, bequeme Sphäre, kommt es zu einer Einengung seiner religiösen Interessen. Hinter vieler Mitarbeit im Raum der Kirche steht heute nicht mehr bei allen das Feuer der Liebe, sondern religiöses Pflichtbewußtsein , das sich von dem Pflichtbewußtsein in den weltlichen Bereichen kaum unterscheidet."
"In bleibender Erinnerung ist vielen der Silvestergottesdienst, welcher vom Heilgen Geist geprägt war. 30 Personen aus unserer Gemeinde standen am Altar, und bejahten, dem Herrn mit allen Kräften nachzufolgen. Sie wurden Glieder in volle Verbindung, so auch der Schreiber dieser Chronik."

1968

Am 23. April fand der rechtliche Vollzug der Vereinigung der beiden Freikirchen "Evangelische Gemeinschaft" und "Bischöfliche Methodistenkirche" zur "Evangelisch-methodistischen Kirche" während der Tagung der Generalkonferenz in Dallas (Texas) statt. Damit war auch der Weg für Deutschland frei.
Diese Vereinigung vollzog sich auf der im Anschluß an die Generalkonferenz einberufenen Tagung der deutschen Zentralkonferenz.
Aufgrund der politischen Verhältnisse mußte diese Tagung wieder in zwei Teilsitzungen stattfinden:
Die Teilsitzung Ost tagte vom 18.-22. Mai in Dresden, die Teilsitzung West vom 25.-30. Mai in Frankfurt/Main.
Bei der letzteren wechselte der Vorsitz zwischen Bischof F. Wunderlich und Bischof R.H. Mueller, Schriftführer war Superintendent W. Zeuner.
Der Name der vereinigten Kirche fand Eingang in die Verfassung und Ordnung der EMK, wo gesagt wird, daß der Name "United Methodist Church" durch die Zentralkonferenzen in nicht englische Sprachen übersetzt werden darf.
Dann wurde für die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa, für die Zentralkonferenz in der Deutschen Demokratischen Republik und für die Zentralkonferenz der Bundesrepublik Deutschland und Berlin-West ausdrücklich der Gebrauch des Namens "Evangelisch-methodistische Kirche" genehmigt. Er wurde durch die Zentralkonferenz 1968 ab 1.6.1968 eingeführt.
Am 16. Juni fand ein Kirchenkindertag in unserer Friedenskirche mit mehr als 600 Kindern statt.

7. Gemeinde Jesu in den Herausforderungen der "sozialistischen Gesellschaft" 1968-1989

1970

Erstmalig fanden in der Woche vor Pfingsten in der Ev.-meth. Friedenskirche Ökumenische Gebetsabende mit der Kath. St. Nepomuk-Kirche und der Ev.-luth. Marienkirche statt.
Seit 1963 hat die Gemeinde mehr als 200 Glieder durch Tod oder Wegzug verloren.

1971

Pastor Lothar Gerischer berichtet: "Die ökumenische Gebetswoche im Mai nahm in unserer Friedenskirche ihren Auftakt mit einem Podiumsgespräch. In der röm.-kath. Kirche "Heilige Familie" fand am zweiten Abend ein überfüllter Jugendgottesdienst statt. Der Schlußgottesdienst war in der Lutherkirche."
"Der Besuch der Bibelstunde schrumpft. In Zwickau werden im Winterhalbjahr nicht mehr als 45 bis 50 und im Sommerhalbjahr nicht mehr als 60 bis 65 Besucher gezählt."

1972

Ein neues "Gesangbuch für die Evangelisch-methodistische Kirche in der Deutschen Demokratischen Republik" wurde in der Gemeinde eingeführt.
Seit 1963 arbeitete ein gemeinsamer Ausschuß an der Schaffung eines neuen Gesangbuches.

1974

Seit November finden erstmalig "Gottesdienste für junge Leute" statt.
"Bei der Größe der Zwickauer Gemeinde sind Gemeindegruppen lebensnotwendig. Sie sollen Seelsorgegruppen, missionarische Zellen und Dienstgemeinschaften sein. Durch sie wird die große Gemeinde überschaubar."
"Die Gemeindegruppen sind ein wesentliches Element methodistischer Gemeinden. Die Leiter nehmen verantwortlich ihre Aufgaben wahr. Sie besuchen die Mitglieder ihrer Gruppe und investieren viel Zeit, Kraft, Liebe und Geduld".

1975

Am 8. Mai wurde nach einjähriger Bauzeit das "Haus der Begegnung" seiner Bestimmung übergeben. Mit Küche und zwei Mehrzweckräumen nützen es die verschiedenen Gemeindegruppen und Chöre für ihre Arbeit.
Zirka 5 % der Gemeindeglieder nahmen an den Bibelstunden im Jahr teil.
Pastor Lothar Gerischer berichtet: "Ein Zeichen dafür, daß der Hunger nach dem Wort fehlt und geistliche Müdigkeit um sich greift. Diese Krankheit kann nur durch eine geistliche Erneuerung des Menschen und der Gemeinde geheilt werden. Aus diesem Grund haben wir mit dem 'Gebet für die geistliche Erneuerung des eigenen Lebens und der Gemeinde' begonnen." " Wir benötigen dringend eine neue Erweckung. Diese Erweckung muß zutiefst an der Gemeinde interessiert sein, nicht so sehr an ihrer Verfassung und Struktur aber an der Gemeinde als der Gemeinschaft des Glaubens. Es muß eine Gemeinschaft von Zeugen und Dienern sein. Zum anderen muß eine neue Erweckung von Gottes Geist geführt sein. "

1976

Es wurde vom Gemeindevorstand beschlossen, eine neue Orgel anzuschaffen.
"Die jetzige Orgel soll nicht generalrepariert werden, weil die aus der BRD zu beschaffenden Importe nicht finanziert werden können, und die Generalreparatur mindestens 25.000 Mark kosten würde. Die Orgelbaufirma Jehmlich gibt trotz Generalreparatur keine Garantie für ein einwandfreies Funktionieren des Werkes. Von Seiten der Orgelbaufirma wurde erklärt, daß die Orgel auch nach einer Generalreparatur nur noch eine Lebensdauer von maximal 25 Jahren hat."

1978

Pastor Gerhard Riedel stellte fest, daß ein geringes Interesse für Zusammenkünfte im kleinen Kreis (Gemeindegruppen) besteht, sowie wenig Interesse für gemeinsame Bibelarbeit vorhanden ist.

1982

Das Gemeindeleben zeichnete sich aus durch ein reichhaltiges Angebot an Gemeindeveranstaltungen unterschiedlichster Art und für jede Altersgruppe.
"Inzwischen zur guten Tradition geworden ist unser 'Gottesdienst für junge Leute' ".
"Die dringlichste Anfrage an die gemeindliche Situation in Zwickau scheint mit die Frage nach den Gemeindegruppen (Klassen) zu sein. Ich habe den Eindruck, die Zeit ist dafür reif, eine Neueinteilung der Gemeindegruppen unter territorialem Aspekt vorzunehmen."

1983

Pastor Gerhard Riedel stellte fest: Es gibt eine imponierende Sonntagsgemeinde, starke Zurückhaltung gegenüber Familiengottesdiensten und anderen Gemeindezusammenkünften, großer Fleiß von Frauen und Männern in der Mitarbeit, Trägheit und Bequemlichkeit, die sich nicht mehr mit Überforderung durch Arbeit und Gesellschaft entschuldigen läßt, keine Zeit mehr für das gemeinsame Bibellesen und Gebet und mangelhaftes Verständnis für alles, was über das persönliche Wohlergehen und den persönlichen Glauben hinausgeht.

1984

Pastor Frieder Badstübner sagte: "Zirka 1% der Gottesdienstgemeinde signalisiert mir gegenüber nach der Predigt Bereitschaft zum Gespräch. Manche Jugendliche leiden unter dem - aus ihrer Sicht - 'angepaßten', 'inkonse-quenten' Christsein ihrer Eltern"
"Der Prozeß der Um- und Neubildung von Gemeindegruppen hat begonnen. Was alles an Gemeindearbeit geschehen konnte, ist nicht einfach selbstverständlich. Was an Mitarbeit in der Verkündigung, im Gebet, in den Chören und Gruppen öffentlich und verborgen geschehen konnte, ist erstaunlich. Wir haben Grund zu danken, für Zeit, Raum und Möglichkeiten, als Gemeinde zu leben und zu wirken."

1987

Es wurden Kindernachmittage mit der "Regenbogenstraße", einem evangelistischen Kinderprogramm, durchgeführt.
Pastor Christian Meischner stellte fest: Durch das reichhaltige Angebot an Gemeindeveranstaltungen "besteht die Chance, eine 'attraktive' Gemeinde zu sein. Allerdings bringen die' Zahlen' nicht automatisch ein familiäres Miteinander."

1988

Der Besuch der Jugendstunden vergrößerte sich und es wurde erneut mit der Arbeit eines Jugendchores begonnen.
"Der Bußgottesdienst anläßlich der Pogromnacht, aber auch die Allianzgebetswoche mit ihrem Abschlußgottesdienst sind für alle Teilnehmenden zu geistlichen Höhepunkten geworden."

1989

Am 7. Mai fand die Einweihung der neuen Jehmlich-Orgel statt.
Die Orgel hat 20 Register und 1472 Pfeifen.
Die Gesamtkosten betrugen ca. 250.000 DDR-Mark. Davon wurden 120.000 DDR-Mark von der Gemeinde getragen, 130.000 DDR-Mark wurden durch staatliche Stützung aufgebracht.
Ab Herbst fanden ökumenische Friedensgebete in unserer Kirche und anderen Kirchen statt, bei denen sich bis zu ca. 3000 Personen versammelten.
In dieser Zeit wurde die politische Wende in unserem Land eingeleitet, die starke Auswirkungen auf das Leben des Einzelnen und der Gemeinde hatte.

8. Die Nachwendezeit - Zeit neuer Chancen?

1990

Am 20. Januar fand in unserer Friedenskirche ein gemeinsamer Gottesdienst anläßlich der "Erklärung von Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft" zwischen der Evangelisch-methodistischen Kirche und den Gliedkirchen des Bundes Evangelischer Kirchen in der DDR statt.
Mitwirkende an diesem Gottesdienst waren u.a. Landesbischof Dr. Werner Leich, Oberlandeskirchenrat Folkert Ihmels, Bischof Dr. Rüdiger Minor, Superintendent Friedmar Walther.
Durch die Ablösung einer 40jährigen Diktatur und durch den Beginn einer Demokratisierung in unserem Land ergaben sich viele Veränderungen für die Bürger und auch für unsere Gemeindeglieder.
Für die Gemeindearbeit waren besondere Ereignisse erschwerend:
Wegzug von aktiven Geschwistern, Pendler im Beruf, Überbeanspruchung nicht weniger im Beruf und in der Umstellung, Zunahme von Arbeitslosen in der Gemeinde, Wochenendreiseboom. "Besonders heimtückisch wirkte die Beruhigung: 'Wir sind doch eine so große Gemeinde, da kommt es auf mich sicher nicht an!'."
Pastor Klaus Jähnchen berichtet: "Einen Versuch unternahmen wir in der 'ökumenischen missionarischen Woche' mit einem Informationsstand auf dem 'Neumarkt'. Wir boten Bibeln, Bibelteile, Kleinschriften, Poster und Kassetten an."

1991

Durch zwei Rundfunkgottesdienste gab die Gemeinde Zeugnis über die Gemeindegrenzen hinaus.
Durch eine Paket-Aktion für Polen und in die GUS half die Gemeinde, die Not in den osteuropäischen Ländern zu lindern.
In der Zeit nach der politischen Wende in unserem Lande gab es in unserer Gemeinde keine "Kirchenaustrittswelle, auch keine Abwanderungswelle".
Pastor Christian Meischner berichtet: "Die Jugend hat wesentliche Stabilisierung erfahren. Ein größerer Kreis sucht die intensive Gemeinschaft mit der Bibel, Austausch und Gebet und wirkt positiv in die Gesamtgruppe. Eine Anzahl Jugendlicher gestaltet auch aktiv Stunden mit." Es wurden auch "Teestunden" eingeführt, die jeden Montag stattfinden.

1993

Vom 17. bis 21. März fand die Evangelisationsveranstaltung "Pro Christ '93" für Zwickau in unserer Friedenskirche statt. Den Schwerpunkt bildeten die per Satellit aus Essen übertragenen Ansprachen des Evangelisten Billy Graham. Unsere Friedenskirche war jeden Abend übervoll, und die Evangelisationsveranstaltungen fanden dabei ein gutes Echo. Leider gab es wenig sichtbare Ergebnisse, aber eine gute Auferbauung der Gemeinde.
Im Oktober fand eine Evangelisation in Zusammenarbeit mit "Teemobil von Jugend für Christus" in der Innenstadt Zwickau mit Gesprächen, evangelistischen Stunden in verschiedenen Schulen und spezielle Abendveranstaltungen für jüngere Leute statt. Es gab eine gute Beteiligung der Jugend, aber wenig Gebetsgeist der Gemeinde.
"Auf dem Hauptmarkt versuchten einige jüngere und ältere Gemeindeglieder die frohe Botschaft, verbunden mit persönlichen Glaubenszeugnissen, unter die Zwickauer Bevölkerung zu bringen und den Missionsauftrag in die Tat umzusetzen. Es gab interessierte und zuhörende Bürger, die bereit waren zu einem persönlichen Gespräch. Der größte Teil der Angesprochenen war dem Evangelium gegenüber jedoch völlig gleichgültig und unwissend. Es hatte keinerlei Zeit dafür."
Durch die Evangelisation "Teemobil von Jugend für Christus" entstand eine Büchertischaktion. Diese wird von unserer Gemeindejugend betrieben, welche alle 14 Tage in der Zwickauer Innenstadt kostenlos christliche Bücher, Traktate und Bibeln verteilt.
Ab Herbst wurde mit dem Bau eines neuen Gemeindezentrums unserer Kirche in Schönfels begonnen. Dieser Bau war ohne die vielen Eigenleistungen der Glieder der Friedenskirchgemeinde nicht möglich.

1994

Im Herbst fand eine Woche mit dem Christuszeugenteam der Süddeutschen Konferenz unter Leitung von Superintendent Reinhold Braun statt.
Diese Christuszeugen-Woche brachte für die Gemeinde wichtige Impulse für das Gemeindeleben, die Bereitschaft zum Zeugnis, zum Hinterhergehen und Einladen, die Notwendigkeit intensiver Gemeinschaft. Sie zeigte auch den besonderen Wert der Laienmitarbeit, das Evangelium durch das Zeugnis in die Welt hinauszutragen .
Am 16. Oktober konnte das fertiggestellte Gemeindezentrum in Schönfels eingeweiht werden.
Pastor Christian Meischner berichtet zur Gemeinde Schönfels: "Nun aber geht der wichtigere Teil der Arbeit wieder uns alle an: Der Neuaufbau einer Kinder- und Jugendarbeit und die missionarische Gewinnung von Menschen aus dem Ort."

1995

Seit Februar finden in unserer Gemeinde erstmals monatliche "Gebetsgottesdienste" Sonnabend abends statt, mit dem Ziel der Erneuerung im persönlichen Leben, für Gemeinden und Kirchen und unser Land.
Im März wurde in der Gemeinde eine Bibliothek und eine Phonothek eingerichtet.
Im Juni begann die Bausondersammlung "Entschuldungsopfer für Zwickau und Schönfels" Alle Glieder und Freunde unserer Gemeinde wurden aufgerufen, sich an diesem Opfer zu beteiligen. Die Schulden am 1. Januar 1995 betrugen für Zwickau ca. 155.000DM durch Heizungsumstellung und Decken des Kirchen- und Wohnhausdaches und für den Neubau des Gemeindezentrums in Schönfels 280.000DM. Das ergibt eine Summe von 435.000 DM.
Der Gemeinde ist es eine Freude und ein Segen zugleich, daß sie am 10. September ihren neuen zweiten Pastor Van Jollie im Gottesdienst begrüßen konnte.
Bruder Van Jollie wurde von der Nord-Dakota-Konferenz unserer Kirche in den USA zu uns transferiert, und er ist zugleich zweiter Pastor der Ev.meth. Christuskirche in Planitz.
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Die Gemeindechronik ist inzwischen verfasst (siehe unter Chronik) in insgesamt drei Bänden. Die hier eingestellte kurze Zusammenfassung der Geschichte des Gemeindebezirkes Friedenskirche Zwickau wurde anläßlich des 125jährigen Gemeindejubiläums von Reiner Temper erstellt.
 

es folgt Statistik:
 
 

Übersicht der Distriktsältesten/Superintendenten
unseres Distriktes

l.S. Jacoby 1870 bis 1872

C.H. Döring 1872 bis 1874

J. Locher 1874 bis 1877

G. Bruns 1877 bis 1880

Karl Dietrich 1880 bis 1884

Ernst Gebhardt 1884 bis 1888

Heinrich Mann 1888 bis 1889

Gustav Hempel 1889 bis 1900

Edmund Anner 1900 bis 1907

E. Wunderlich 1907 bis 1913

Hermann Meyer 1913 bis 1920

Hermann Zeuner 1920 bis 1927

K.Albert Wenzel 1927 bis 1933

Hermann Zeuner 1933 bis 1937

Max Stemmler 1937 bis 1950

Johannes Thomas 1950 bis 1958

Hans Vogel 1958 bis 1966

Berthold Tröger 1966 bis 1974

Karl Meier 1974 bis 1982

Friedmar Walter 1982 bis 1990

Roland Röseler 1990 bis 1993

Friedhelm Kober 1993 bis 2001

Wolfgang Ruhnow 2001 bis 2009

Stephan Ringeis 2009 bis 2017

Der Zwickauer Bezirk umfaßt heute 2 Gemeinden: Zwickau und Schönfels

Zusammen ergeben sich für das Jahr 1995:

416 Kirchenglieder (Mitglieder)
128 Probeglieder ( Kirchenangehörige)
99 Kirchenkinder
162 Freunde
 
 
 

Übersicht der Aufsichtsprediger/Pastoren
des Gemeindebezirkes Zwickau
 
 

Emil Zimmer 1870 - 1871

Heinrich Mann 1871 - 1874

Friedrich Cramer 1874 - 1877

Albert Bödeker 1877 - 1880

Dietrich Rohr 1880 - 1883

Philipp Lutz 1883 - 1887

Heinrich Welti 1887 - 1892

Wilhelm Schütz 1892 - 1897

Philipp Lutz 1897 - 1899

Robert Neupert 1899 - 1904

Wilhelm Meyer 1904 - 1909

Wilhelm Matthies 1909 - 1913

Hermann Böttger 1913 - 1921

Friedrich Bröske 1921 - 1926

Hugo Georgi 1926 - 1936

Max Stemmler 1936 - 1937

Martin Funk 1937 - 1952

Hans Witzel 1952 - 1963

Herbert Götz 1963 - 1970

Lothar Gerischer 1970 - 1978

Gerhard Riedel 1978 - 1987

Christian Meischner 1987 - 1997

Stephan Ringeis 1997 - 2009

Lutz Brückner 2009

Übersicht der Gehilfen / 2. Pastoren des

Gemeindebezirkes Zwickau

F. Schmidt / W. Seiz / G. Nötzold / P. Lutz / J. Renner / G. Nötzold / J. Breitner / E. Schmidt / H. Kehl / F. Jacob / F. Reiher / H. Burkhardt / R. Wobith / R. Neubert / O. Melle / A. Hansen / A. Günther / B. Schubert / H. Nechtwig / F. Gläser / M. Gottschald / M. Lange / K H. Kretzschmar / A. Lehmann / M. Nestler / S. Gahl / G. Bohlmann / K. Zehrer / R. Röseler / D. Straka / F. Kober / M. Kubig / K. Straka / Fr. Badstübner / J. Richter / K. Jähnchen / Th. Heinke/ V. Jollie / Claus Müller / Sandra Teschner / Christoph Martin / Franziska Demmler / Philipp Weisamnn
 
 

Übersicht der Hausmeister in der Zwickauer Gemeinde

Bruder Harlaß / Bruder Einenkel / Bruder Göpner /Bruder Burkhardt / Bruder Riedel / Bruder Solbrig / Geschwister Jangowski / Geschwister Steck /Geschwister Philipp /Schwester Scheel / Geschwister Vogel / Geschwister Friedrich

Übersicht der Gemeindeschwestern in der Zwickauer Gemeinde

V. Stamm / K. Ostertag / Fr. Pletscher / B. Ganzmann / L. Köhler / E. Einenkel / Cl. Pfalz / Fr. Stiehl / M. Gammelin / E. Harms / F. Bär / G. Meyer / H. Tölle / E. Einenkel / L. Rosenbaum / E. Arnold / H. Barth M. Krah

Tagungsort der Jährlichen Konferenz war Zwickau:

1888

1903

1920 verbunden mit der 50 Jahrfeier der Gemeinde

1923

1932 6. bis.10.Juli

1940

1942

1946 verbunden mit dem 75 jährigem Jubiläum

1951 17. bis 22.Juli

1956 12. bis 17.Juni, verbunden mit der Zentralkonferenz

1966 07. bis 12.Juni

1974 23. bis 26.Mai

1978 24. bis 28.Mai

1987 20. bis 24.Mai

1997 04. bis 08. Juni

2007 30.Mai bis 03.Juni



 

 

 


Die Geschichte